Schweizerische Vereinigung der AOC und IGP

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AOP Produkte

  • Abricotine AOP
    • Abricotine AOP

      Produktbeschrieb:

      Feinster Branntwein aus Aprikosen der Sorte Luizet
      Mindestalkoholgehalt 40 Vol.-%

      Einreichung des Gesuches: 02.07.1997
      Veröffentlichung durch BLW: 17.03.2000
      Eintragung: 06.01.2003

      Branchenorganisationen

      Chambre valaisanne d'agriculture par sa Commission AOP eaux-de-vie
      Maison du Paysan, CP 96
      CH-1964 Châteauneuf-Conthey
      Tel. +41 (0)27 345 40 10
      Mail cvagri@agrivalais.ch

      Web www.eau-de-vie-du-valais.ch >

      Geografisches Gebiet

      Die Produktion der Früchte, die Lagerung, Gärung, Destillation und Abfüllung erfolgen ausschliesslich innerhalb der Grenzen des Kantons Wallis. Die Aprikosenbäume dürfen sich höchstens auf einer Höhe von 1100 m ü.M. befinden.

      Herstellung

      Die Abricotine AOP wird hauptsächlich aus Aprikosen der Sorte Luizet hergestellt. Andere Sorten dürfen höchstens bis zu einem Anteil von 10% verwendet werden. Nur die besten Früchte werden verarbeitet. Sie müssen optimal gereift, gesund und gesäubert sein sowie einen Mindestdurchmesser von 35 mm aufweisen. Die Früchte müssen entsteint werden, um einen zu hohen Bitterstoffgehalt des Produkts zu verhindern. Durch das Zerquetschen der Früchte entsteht ein homogener Fruchtbrei, der eine vollständige Vergärung des Zuckers erlaubt. Die Destillation hat so schnell als möglich nach der Vergärung zu erfolgen. Der Alkoholgehalt wird mittels entmineralisiertem Wasser oder Quellwasser mit geringem Mineralgehalt auf Trinkstärke herabgesetzt.

      Geschichte

      Im Wallis entspricht die Herstellung von Fruchtbranntweinen einer langen Tradition. Der Anbau von Aprikosen, insbesondere der Sorte Luizet, ist im Wallis althergebracht. Die Aprikosensorte Luizet soll bereits 1838 eingeführt worden sein. Die Destillation dieser Aprikose entwickelte sich parallel zu deren Anbau: Zunächst war das mit zahlreichen privaten Destilliergeräten und von Störbrennern hergestellte Erzeugnis für den Eigenverbrauch durch die örtliche Bevölkerung bestimmt und erst später setzte dessen Vermarktung ein. Qualitätsbestimmungen wurden von Walliser Betrieben zwischen 1943 und 1947 durchgeführt.

  • Berner Alpkäse AOP und Berner Hobelkäse AOP
    • Berner Alpkäse AOP und Berner Hobelkäse AOP

      Produktbeschrieb:

      Durchmesser der Laibe 28 bis 48 cm
      Gewicht der Laibe 5 bis 14 kg
      Hartkäse Berner Alpkäse AOP bzw.
      Extra-Hartkäse Berner Hobelkäse AOP

      Einreichung des Gesuches: 28.11.1997
      Veröffentlichung durch BLW: 30.03.2001
      Eintragung: 26.04.2004

      Branchenorganisationen

      CASALP Inforama Berner Oberland
      CH-3702 Hondrich
      Tel. +41 (0)33 650 84 00
      Mail info@casalp.ch

      Web www.casalp.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst im Wesentlichen die Sömmerungsbetriebe des Berner Oberlands sowie einige Alpen in angrenzenden Gebieten, deren Ganzjahresbetrieb sich aber im Kanton Bern befindet.

      Herstellung

      Der Berner Alpkäse AOP wird täglich während der Sömmerungszeit aus roher Alpmilch hergestellt. Die Milchkühe ernähren sich zur Hauptsache von dem auf der Sömmerungsweide wachsenden Futter. Die Milch wird im Kupferkessi verkäst, das mit Holzfeuer direkt oder indirekt beheizt wird. Ab der Presse wird der Käse in einem gesättigten Salzbad während einem Tag gelagert. Danach werden die Laibe regelmässig mit Salz und etwas Schmierewasser eingerieben. Der Berner Alpkäse AOP wird während mindestens zwei Wochen im Sömmerungsbetrieb gepflegt. Zum Zeitpunkt des Verkaufs weist er ein Mindestalter von 6 Monaten auf. Die zum Stellen für die Berner Hobelkäse AOP-Veredlung aus Berner Alpkäse AOP ausgewählten Laibe stammen ausschliesslich aus Partien, welche die Qualitätsklasse «Surchoix» erreicht haben und während der gesamten Reifezeit im geografischen Gebiet verblieben sind. Die zur Veredlung bestimmten Laibe werden frühestens nach 6 Monaten ausgekellert bzw. ausgespeichert. Die Rindenschmiere wird sauber entfernt, bevor die Laibe für mindestens weitere 12 Monate in einem Gaden mit Naturklima oder in einem künstlich klimatisierten Raum veredelt werden.

      Geschichte

      In den Berner Oberländer Alpen begann die Labkäserei um das Jahr 1500. Schon in der Chronik von Stumpf (1548) wurde auf die besondere Qualität des Alpkäses aus dieser Region unter den Bezeichnungen «Sibenthaler» und «Saanerkäss» verwiesen. Im 17. Jahrhundert erlangte die Produktion von Alpkäse im Berner Oberland grosse wirtschaftliche Bedeutung. Die heutige Herstellungspraxis weicht nur unwesentlich von der 1872 festgehaltenen Anleitung zur Alpsennerei ab. Der Hobelkäse entstammt der Tradition der Haltbarmachung durch Trocknung.

  • Bloder-Sauerkäse AOP
    • Bloder-Sauerkäse AOP

      Produktbeschrieb:

      Blockförmig
      Gewicht der Laibe 100 g bis 8 kg
      Durch die Reifung entwickelt sich beim Sauerkäse eine nach innen wachsende, gallertartige "Speckschicht", die ebenfalls gegessen werden kann.
       

      Einreichung des Gesuches: 20.06.2005
      Veröffentlichung durch BLW: 01.10.2009
      Eintragung: 18.02.2010

      Branchenorganisationen

      Geschäftsführer:
      Hans Oppliger
      LZSG Rheinhof
      9465 Salez
      Tel 058 228 24 21
      Mail hans.oppliger@lzsg.ch

      Web www.toggenburgonline.ch/sauerkaese >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet des Bloderkäse-Sauerkäse AOP umfasst zwölf Gemeinden des Kantons St. Gallen (Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams, Sennwald, Wildhaus, Alt St. Johann, Stein, Nesslau-Krummenau, Ebnat-Kappel und Amden) und alle Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein.

      Herstellung

      Die verarbeitete Milch darf nicht älter als 24 Stunden sein und muss von einem Hof kommen, der höchstens 30 km vom Produktionsbetrieb entfernt ist. Die Milch wird auf natürliche oder mechanische Art entrahmt und in Kupfer- oder Chromstahlkessi gefüllt. Danach wird sie auf 55° bis 69° C gewärmt. Wenn die Milch geronnen und gallertartig ist, wird sie weiterverarbeitet. Je nach Bedarf wird Salz hinzugefügt. Salz ist der einzige zugelassene Zusatzstoff. Die Milch wird nochmals aufgewärmt und dann von Hand in quaderförmige Behälter aus Kunststoff, Metall oder Holz gefüllt. Nach dem Pressen wird der Käse nochmals gesalzen. Der Bloderkäse AOP kann sofort nach der Produktion spätestens aber nach 21 Tage verpackt und verkauft werden. Hingegen unterliegt die Reifung des Sauerkäse AOP einem Trocknungsprozess und er kann erst nach zwei Monaten verpackt und verkauft werden.

      Geschichte

      Der Überlieferung nach stammt die Sauerkäserei von den Nomadenvölkern im Osten und ist vermutlich die ursprünglichste Art der Käseherstellung. Sie kann bis ins Mittelalter nachgewiesen werden und hat sich über die Jahrhunderte im Fürstentum Liechtenstein, im Werdenberg und Toggenburg sowie auch im Vorarlberg erhalten. Das Voralpengebiet ist geprägt durch hohe Niederschläge und ungünstige topographische Verhältnisse. Durch die damals langen Wege ins Tal und die fehlenden Strassen und Transportmittel für die Milch, waren die Bauern gezwungen die Milch an Ort und Stelle zu verarbeiten. Die Herstellung von Sauerkäse und Bloderkäse eignete sich hierfür am besten.

  • Cardon épineux genevois AOP
    • Cardon épineux genevois AOP

      Produktbeschrieb:

      Kardy-Gemüse
      Pflanzen von bis zu 1,5 m Höhe, feine zahlreiche Blattrippen, zahlreiche Dornen, silberblaue Blätter

      Einreichung des Gesuches: 06.11.2001
      Veröffentlichung durch BLW: 17.02.2003
      Eintragung: 10.10.2003

      Branchenorganisationen

      Association Cynara
      c/o Union Maraîchère de Genève
      16 rue Balvignac
      1227 Carouge
      Tel. +41 (0)22 827 40 00
      Mail umg@umg.ch

      Web www.cardongenevois.com >

      Geografisches Gebiet

      Produktion, Lagerung, Bleichen und Aufbereitung erfolgen ausschliesslich innerhalb der Grenzen des Kantons Genf.

      Herstellung

      Der «Cardon argenté épineux de Plainpalais» ist die einzige für die Produktion von Cardon épineux genevois AOP zugelassene Sorte. Die Samen stammen von Mutterpflanzen, die ein Selektionsteam ausgelesen hat. Die Selektion erfolgt nach präzisen Kriterien, welche die besonderen Eigenschaften dieser Sorte ausmachen. Die Aussaat und Anpflanzung erfolgen im Frühjahr. Cardon épineux genevois AOP erfordert keine besonderen und systematischen Pflanzenschutzmassnahmen. Wegen seiner zahlreichen Dornen ist die Kultur, Ernte und Verarbeitung aber anspruchsvoll. Um zu verhindern, dass Cardon épineux genevois AOP zu bitter wird, wird er gebleicht. Nach dem Bleichen wird der Cardon épineux genevois AOP gereinigt. Grüne und ungeniessbare Blattrippen werden entfernt. Es werden nur das Herz der Pflanze und die gekürzten Blattrippen ohne Blattspreite verwendet.

      Geschichte

      Der Anbau von Kardy beruht in Genf auf einer langen Tradition. Die infolge des Edikts von Nantes (1685) geflohenen Protestanten, die sich in Plainpalais niederliessen, verstanden sich auf den Gemüseanbau und züchteten aus den mitgebrachten Samen den «Cardon argenté épineux de Plainpalais». Die Genfer Gemüsebauern suchten die besten Pflanzen für die Vermehrung aus und verbesserten mit den Jahren die Züchtung. Der Kardyanbau ist althergebracht. Seit dem zweiten Weltkrieg wurden besondere Anstrengungen unternommen, um die berühmte Sorte «Cardon argenté épineux de Plainpalais» zu züchten, so wie man sie heute kennt. Von den Regionen in Europa, die noch Kardy produzieren, ist Genf die einzige, in der dorniger Kardy angebaut wird. Cardon épineux genevois AOP Gratin mit Geflügel ist ein traditionelle Genfer Weihnachtsspezialität.

  • Damassine AOP
    • Damassine AOP

      Produktbeschrieb:

      Feinster Branntwein aus Pflaumen der Sorte Damasson rouge. Mindestalkoholgehalt 40 Vol.-%.

      Einreichung des Gesuches: 10.07.2002
      Veröffentlichung durch BLW: 08.07.2005
      Eintragung: 09.03.2010

      Branchenorganisationen

      Association interprofessionelle de la Damassine
      Alain Perret
      Combe Bruquelin 27
      2900 Porrentruy
      Tel. 032 466 80 03
      Mail alain.perret@damassine.com

      Web www.damassine.org >

      Geografisches Gebiet

      Die Produktion der Damasson rouge, die Lagerung, Gärung, Destillation und Abfüllung von Damassine erfolgen ausschliesslich innerhalb der Grenzen der Republik und des Kantons Jura.

      Herstellung

      Die Ernte der Damasson rouge erfolgt je nach Region von Mitte Juli bis Ende September. Die reifen Früchte, welche von den Bäumen gefallen sind, werden täglich von Hand aufgelesen. Das Schütteln der Bäume ist verboten. Zu Beginn und Ende der Ernte sowie bei günstigen Witterungsbedingungen darf das Auflesen auch alle zwei Tage erfolgen. Nachdem die Früchte sorgfältig sortiert wurden, werden sie so schnell wie möglich in Fässer gefüllt. Das Einmaischen und die Entsteinung sind verboten. Die Fässer werden bis zur Destillation bei einer Temperatur von 15° bis 25° C gelagert. Nach der alkoholischen Gärung werden die Fässer vollständig mit vergorenem Fruchtfleisch aufgefüllt und gut verschlossen. Die Destillation erfolgt spätestens am 31. Dezember des Erntejahres von Damasson rouge. Für die Herabsetzung des Alkoholgehaltes bis auf 40 % Vol. darf nur destilliertes oder entmineralisiertes Wasser aus dem Herstellungsgebiet verwendet werden. Damassine AOP muss mindestens sechs Monate gelagert werden und darf nicht vor dem Martinstag (11. November) des Jahres nach der Ernte vermarktet werden.

      Geschichte

      Damasson rouge stammt aus dem Nahen Osten und wurde von den Römern im 13. Jahrhundert nach Europa gebracht. Der Anbau der Pflaume in der jurassischen Region wird erstmals 1860 erwähnt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts existierten bereits veredelte und unveredelte Bäume nebeneinander. Im Laufe der Zeit hat sich die Pflaume an die Klima- und Bodenverhältnisse der Region angepasst und sich zu einer Frucht entwickelt, deren Eigenschaften für den Kanton Jura spezifisch sind. Damasson rouge wurde zwar schon immer auch für die Zubereitung von Kuchen und Konfitüren verwendet, die alkoholische Verarbeitung zu Damassine AOP war und ist jedoch der wichtigste Verwendungszweck.

  • Emmentaler AOP
    • Emmentaler AOP

      Die AOP Emmentaler ist nicht Mitglied der Schweizerischen Vereinigung der AOP - IGP.

      Produktbeschrieb:

      Hartkäse aus roher Kuhmilch
      Durchmesser: 80 bis 100 cm, Höhe: 16 bis 27 cm
      Gewicht: 75 bis 120 kg
      Lochung: 2 bis 4 cm Durchmesser

      Einreichung des Gesuches: 28.06.2000
      Veröffentlichung durch BLW: 05.08.2002
      Eintragung: 06.10.2002

      Branchenorganisationen

      Emmentaler Switzerland
      Kapellenstrasse 28
      Postfach
      CH-3001 Bern
      Tel.+41 (0)31 388 42 42
      Mail info@emmentaler.ch

      Web www.emmentaler.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das Gebiet für Emmentaler AOP umfasst die Kantone Aargau, Bern (ohne den Amtsbezirk Moutier), Glarus, Luzern, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich sowie den See- und Sensebezirk des Kantons Freiburg.

      Herstellung

      Für die Produktion von Emmentaler AOP wird ausschliesslich frische Rohmilch von Bauernbetrieben aus der Umgebung der Käserei verwendet. Die Rohmilch sowie spezielle Fütterungsvorschriften, zum Beispiel das Silageverbot, führen zu einem hochwertigen Rohstoff Milch, der dem Käse das charakteristische, einzigartige und würzige Aroma verleiht. Für 1 kg Emmentaler werden 12 Liter Milch benötigt. Der erwärmten Milch werden Bakterienkulturen und Lab beigefügt. Die natürlichen Bakterienkulturen bewirken später die Gärung und Reifung des Käses. Das Lab lässt die Milch gerinnen. Die Verwendung von Labstoffen und Kulturen, die von gentechnisch veränderten Organismen stammen, ist untersagt. Die frisch hergestellten Käselaibe werden während rund 20 Stunden mit zunehmendem hydraulischem Druck (bis zu rund 2000 kg) gepresst und mehrmals automatisch gewendet. Beim Pressen wird die noch vorhandene, überschüssige Molke durch die feinen Siebbleche der Form gedrückt. Während dieser Zeit vergärt der Milchzucker zu Milchsäure. Nach dem Pressen werden die Laibe ins Salzbad gegeben. Hier bleiben sie zwei Tage, nehmen Salz auf und geben Wasser ab. Dabei bilden sich erste Ansätze der Rinde, die dem Käselaib seine Stabilität gibt. Die jungen Käselaibe bleiben 5 - 20 Tage im kühlen Salzbadkeller bei 12 - 16 °C, dann 6 - 8 Wochen im 19 - 24 °C warmen Gärkeller. Die Wärme im Gärkeller löst die Propionsäure-Gärung aus. Dabei entsteht Kohlensäuregas, das nicht entweichen kann und sich an jenen Orten im Käse sammelt, wo später die Löcher zu finden sind. Nach dem Gärkeller werden die Laibe gründlich gereinigt und im Lagerkeller bis zur Ablieferung an den Käsehandel bei 11 - 14 °C gelagert. Im Gärkeller werden die Laibe häufig gewendet, im kühleren Lagerkeller nur noch einmal wöchentlich. Die 75 bis 120 kg schweren Laibe bleiben im Lagerkeller der Käserei bis sie drei Monate alt sind. Dann werden sie vom Käsehändler abgeholt und reifen in den grossen Lagerkellern der Handelsfirmen weiter. Der Emmentaler ist frühestens im Alter von vier Monaten konsumreif. Je länger die Reifung, desto intensiver wird das Aroma der sorgsam gehüteten und gepflegten Emmentaler-Laibe.

      Geschichte

      Im 17. und 18. Jahrhundert führte das sogenannte Küherwesen im Kanton Bern zu einer starken Ausdehnung der Käseproduktion. Das Küherwesen basiert auf dem im Emmental herrschenden Recht des jüngsten Sohnes, den Bauernhof ungeteilt übernehmen zu können. Ältere Brüder wurden ausgekauft und standen mit Geld, aber ohne Grundbesitz da. Viele von ihnen widmeten sich als sogenannte Küher der Käseproduktion. Auch die Wirtschaftsförderung war dem Käse gut gesinnt. Die Aristokraten in Bern unterstützten die Ausdehnung der Milchwirtschaft. Die erste Talkäserei entstand 1813 in Kiesen. Sie wurde ab 1815 auch als erste genossenschaftlich betrieben (und beherbergt heute das nationale milchwirtschaftliche Museum). In den folgenden Jahrzehnten erfuhr die Errichtung von Talkäsereien einen starken Ausbau. Ab 1840 weitete sich die Emmentaler-Produktion auf weitere Gebiete der deutschen Schweiz aus. Parallel zur Angebotserhöhung entwickelte sich eine rege Exporttätigkeit. In den Handelszentren des bernischen Mittellandes entstanden grosse Lagerkeller für den Emmentaler, die Handelshäuser vermehrten sich rasch. Der weitgehend freie Welthandel sowie Innovationen wie Eisenbahnen, grosse Schifffahrtslinien und der Telegraf begünstigten den Export in hohem Masse. Mit dem Aufkommen der Agrarschutzzölle wurde der Export von Schweizer Käse gehemmt und mit Ausbruch des 1. Weltkrieges vom Bundesrat zu Gunsten der Landesversorgung völlig gestoppt. Daraufhin gründete die Käsebranche 1914 eine Selbsthilfeorganisation, die nachmalige Schweizerische Käseunion. Sie unterstand der Aufsicht des Bundes. Damit wurde erstmals eine Käsemarktordnung für Emmentaler geschaffen. Nach 1945 blieb der Emmentaler bezüglich Menge und Preis ein staatlich bewirtschafteter Käse. Die produzierte Menge stieg kontinuierlich auf den Höchststand von ca. 58'000 t im Jahre 1985. Die Zahl der Emmentaler herstellenden Käsereien erlebte in diesem Jahrhundert eine Wellenbewegung. Ab 1960 hingegen war ein kontinuierlicher Rückgang festzustellen, der sich in den neunziger Jahren akzentuierte. Da die Exporterlöse nicht kostendeckend waren, wies die halbstaatliche Käseunion in den neunziger Jahren ein Defizit auf, das jeweils mehrere hundert Millionen Franken betrug und vom Bund getragen wurde. Nach der Auflösung der Käseunion gründeten Milchproduzenten, Milchverarbeiter und die Handelsfirmen die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland, um sich im nunmehr freien Markt zu positionieren und zu behaupten. Nach der Einreichung des AOP-Gesuchs am 21. November 2000 durch Emmentaler Switzerland, erklärte das Bundesgericht am 25. September 2006 die AOP für Emmentaler rückwirkend auf den 26. Juli 2002 als rechtsgültig.

  • L'Etivaz AOP
    • L'Etivaz AOP

      Produktbeschrieb:

      Durchmesser der Laibe 30 bis 65 cm
      Gewicht der Laibe 10 bis 38 kg
      Hartkäse
      Genuss als Schnittkäse oder in Form von Hobelrollen

      Einreichung des Gesuches: 19.06.1997
      Veröffentlichung durch BLW: 06.10.1999
      Eintragung: 02.03.2000

      Branchenorganisationen

      Coopérative des producteurs de fromages d'alpages «l'Etivaz»
      CH-1831 L'Etivaz
      Tel. +41 (0)26 924 62 81
      Mail cooperative@etivaz-aop.ch

      Web www.etivaz-aop.ch >

      Geografisches Gebiet

      Die Produktions- und Verarbeitungszone umfasst die Sömmerungsbetriebe, deren Produktionsstätten sich auf einer Höhe zwischen 1000 und 2000 m in den folgenden Gemeinden befinden: Château-d'Oex, Rougemont, Rossinière, Ollon, Villeneuve, Ormont-Dessus, Ormont- Dessous, Corbeyrier, Leysin und Bex. Alle Käse werden in den Kellern der "Coopérative des producteurs de fromage d'alpage L'Etivaz" veredelt.

      Herstellung

      Der L'Etivaz AOP ist ein Alpkäse und wird nur während der Sömmerungszeit vom 10. Mai bis zum 10. Oktober hergestellt. Das Raufutter der Milchkühe besteht ausschliesslich aus natürlichen Alpgräsern und -kräutern. Die Futterqualität beeinflusst das Aroma der Milch und somit des Käses. Der L'Etivaz AOP wird nach den lokalen, traditionellen Verfahren im Kupferkessi aus Rohmilch hergestellt. Geheizt wird ausschliesslich mit direktem Holzfeuer. Die Käse bleiben mindestens eine Woche auf dem Sömmerungsbetrieb, wo sie regelmässig gesalzen und abgerieben werden, bevor sie in die Keller von L'Etivaz gebracht werden. Während der Reifung entwickelt jeder Laib seine charakteristischen Aromen, welche von der Alpflora sowie einer typischen leichten Rauchnote geprägt werden. Die Käse werden während mindestens 5 Monaten auf Fichtenbrettern gereift. Die schönsten Exemplare werden in einem Speicher mit Naturklima während drei Jahren getrocknet und zu Hobelkäse veredelt.

      Geschichte

      Die Herstellung von Hartkäse in der Region Pays-d'Enhaut wird erstmals im 12. Jahrhundert belegt. Die ältesten Wappen von heute noch aktiven Bergkäseproduzenten lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Seit dem 18. Jahrhundert hat sich der Bezirk Pays-d'Enhaut auf die Herstellung von Käse spezialisiert, der für die Vermarktung ausserhalb der Produktionszone bestimmt ist. Die Bergkäseproduzenten gründeten im Jahr 1934 eine Reifungs- und Vermarktungsgenossenschaft, um unabhängig zu sein und ihr Erzeugnis selbst zu vermarkten. Indem sich die Produzenten freiwillig an ein strenges Herstellungsreglement hielten, haben sie aus L'Etivaz AOP einen gefragten Alpkäse gemacht.

  • Eau-de-vie de poire du Valais AOP
    • Eau-de-vie de poire du Valais AOP

      Produktbeschrieb:

      Feinster Branntwein aus Birnen der Sorte Williams
      Mindestalkoholgehalt 40 Vol.- %

      Einreichung des Gesuches: 02.07.1997
      Veröffentlichung durch BLW: 06.10.1999
      Eintragung: 21.12.2001

      Branchenorganisationen

      Chambre valaisanne d'agriculture
      Maison du Paysan
      CP 96
      CH 1964 Châteauneuf-Conthey
      Tel. +41 (0)27 345 40 10
      Mail nelly.claeyman@agrivalais.ch

      Web www.eau-de-vie-du-valais.ch >

      Geografisches Gebiet

      Die Produktion der Früchte, die Lagerung, Gärung, Destillation und das Abfüllen erfolgen ausschliesslich innerhalb der Grenzen des Kantons Wallis.

      Herstellung

      Nur die Birnensorte Williams darf für die Herstellung von Eau-de-vie de poire du Valais AOP verwendet werden. Die Früchte sind bei Pflückreife zu ernten. Die Reifung der Birnen erfolgt in Kistchen bis zur Einmaischungssreife. Vor der Verarbeitung werden die Früchte sorgfältig sortiert. Die Früchte müssen gelb und saftig sein und einen Mindestdurchmesser von 52,5 mm aufweisen. Sie dürfen keinen Schimmel, keine Fäulnis oder Flecken aufweisen sowie keine Verunreinigungen enthalten. Zur vollständigen Vergärung des Zuckers werden die Früchte zu einer homogenen Maische verarbeitet. Die Destillation hat so schnell als möglich nach der Vergärung zu erfolgen. Der Alkoholgehalt wird mittels entmineralisiertem Wasser oder Quellwasser mit geringem Mineralgehalt auf Trinkstärke herabgesetzt. Bevor es in den Handel gelangt, wird Eau-de-vie de poire du Valais AOP während mindestens 6 Monaten gelagert.

      Geschichte

      Im Wallis entspricht die Herstellung von Fruchtbranntweinen einer langen Tradition. Ebenso sind Birnenkulturen dort althergebracht. Die Sorte Williams wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts eingeführt. Im Jahre 1945 wurde zum ersten Mal ein Branntwein ausschliesslich mit Williamsbirnen produziert. Von der blossen Verwertung der als Tafelobst ungeeigneten Früchte, ist Eau-de-vie de poire du Valais mit den Jahren im Wallis zum Hauptverwendungszweck dieser Birnensorte geworden.

  • Formaggio d'Alpe Ticinese AOP
    • Formaggio d'Alpe Ticinese AOP

      Die AOP Formaggio d'Alpe Ticinese ist nicht Mitglied der Schweizerische Vereinigung der AOP - IGP.

      Produktbeschrieb:

      Runder Laib mit einem Durchmesser von 25 bis 50 cm und einer Höhe von 6 bis 10 cm
      Gewicht 3 bis 10 kg
      Halbhartkäse
      Enthält bis zu 30 % Ziegenmilch

      Einreichung des Gesuches: 17.11.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 21.02.2002
      Eintragung: 06.06.2002

      Branchenorganisationen

      Societa ticinese di economia alpstre STEA
      c/o Nadia Scalmanini
      6955 Cagiallo
      nadiasca@bluewin.ch
       

      Geografisches Gebiet

      Das Produktions- und Verarbeitungsgebiet umfasst die Sömmerungsbetriebe der Pflichtenheft aufgeführten Gemeinden des Kantons Tessin vom 1. Juni bis zum 30. September.

      Herstellung

      Der Formaggio d'alpe ticinese AOP wird täglich im Kupferkessi hauptsächlich aus roher Kuhmilch hergestellt. Da die Sömmerung von Ziegen im Tessin Tradition hat entstand der Gebrauch, die beiden Milcharten vor der Käseherstellung zu mischen. Laut Pflichtenheft darf bis zu 30 % Ziegenmilch zugegeben werden. Die reiche Alpflora, welche den Kühen und Ziegen als Nahrung dient, verleiht dem Käse subtile Aromen. Die frisch gepressten Laibe werden während 24 Stunden in ein Salzbad eingetaucht. Bis zum Alpabtrieb werden die Laibe auf Fichten- oder Lärchenbrettern vorgereift. Die Mindestdauer der Reifung beträgt 45 Tage.

      Geschichte

      Der erste schriftliche Nachweis, dass die Nutzung der Alpen bereits tief in der ländlichen Gesellschaft des Tessins verankert war, und dass somit zu jener Zeit Alpkäse produziert wurde, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Notwendigkeit, das gesamte Territorium zu nutzen, zwang im Sommer die Einwohner des Alpgebiets, das ganze Vieh in höhergelegene Gebiete zu bringen. Dabei hielten sie sich nach und nach auf verschiedenen Stufen derselben Alp auf. Angesichts der grossen Entfernungen mussten lang haltbare Produkte hergestellt werden, die sich leicht zu den Wintersiedlungen transportieren liessen. In seiner Beschreibung der italienischen Schweiz von 1783 bis 1987 erwähnt Schinz den Käse und die Alpnutzung in den Distrikten des Kantons Tessin, in denen dieses Erzeugnis produziert wurde.

  • Glarner Alpkäse AOP
    • Glarner Alpkäse AOP

      Produktbeschrieb:

      Durchmesser der Laibe: 28-32 cm Gewicht der Laibe: 5-9 kg Vollfetter Halbhartkäse aus Rohmilch

      Einreichung des Gesuches: 04.03.2011
      Veröffentlichung durch BLW: 17.09.2913
      Eintragung: 03.09.2013

      Branchenorganisationen

      Glarona Käsegenossenschaft
      Ygrubenstrasse 9
      8750 Glarus
      Tel. +41 (0)55 650 28 40, Fax. +41 (0)55 650 28 38
      Mail glarona@bluewin.ch

      Web www.glarona.ch >

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      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet der Herstellung umfasst den gesamten Kanton Glarus.

      Herstellung

      Der Glarner Alpkäse ist ein vollfetter Halbhartkäse aus roher, silofreier Milch mit fester und gepflegter Schmiere-Rinde (Narben), der nur im Sommer direkt auf den Alpbetrieben von geschulten Senten hergestellt wird. Die Herstellung ist auf die ortsübliche Dauer der Sömmerungszeit beschränkt, aber nicht vor dem 1. Mai und nicht nach dem 30. September. Die frische, geschmackvolle Alprohmilch wird noch kuhwarm und mit nur kurzen Transportwegen traditionell verkäst. Ab Presse wird der Glarner Alpkäse AOP während einem Tag in ein Salzbad eingelegt, danach im Käsekeller an zwei Tagen mit Salz und etwas Schmierewasser gut abgerieben. Ab dem dritten Tag wird er nur noch geschmiert. Nach vier Wochen werden die Käse nach Bedarf gepflegt, jedoch mindestens einmal pro Woche. Zur Reifung des Käses werden Holzbretter als Unterlage verwendet. Die minimale Reifezeit beträgt 60 Tage. Die Milchküche ernähren sich von alpinem Futter von der Sömmerungsweide und dürfen mindestens zwei Wochen vor der Alpkäseproduktion nicht mehr mit Silage gefüttert werden. Das Aroma des Glarner Alpkäses AOP ist pflanzlich, milchig, rindig und fruchtig, zum Teil mit einer leicht gerösteten Note. Der Geschmack ist rein, leicht- bis mittelsauer und mittelsalzig, mild, milchig, unterstützt von einer Note Alpkräuter. Auf der Zunge wirkt er mit zunehmendem Alter rezent.

      Geschichte

      Die Herstellung von Fettkäse erfolgte erst so richtig ab etwa 1770. Erstmals schriftlich erwähnt wurde vollfetter Käse in den Glarner Alpen 1846 im „Gemälde der Schweiz – der Kanton Glarus“ (Blumer/Heer). Jost Hösli schreibt in seiner „Glarner Land- und Alpwirtschaft“: Die Herstellung von Käse ist nach Quantität und Qualität lange Zeit bescheiden gewesen. Die Fettkäserei war dem Glarner bis in das letzte Jahrhundert fast ganz fremd. 1869 wurde auf der Alp Ramin zum ersten Mal Käse mit einem Fettgehalt von 48 % produziert. Dass Quellen über Glarner Alpkäse erst im 19. Jahrhundert auftauchen, ist ein grosser Unterschied zu den meisten anderen Bergkantonen, wo vollfette Labkäse bis ins 15. oder 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Im Glarnerland wurden primär fettarmer Schabziger und fettreiche Butter produziert. Das Glarner Alppachtsystem war für die fortschrittliche Entwicklung günstig. Die fast ausschliessliche Produktion für Handelszwecke stellt die Qualitätsfabrikation in den Vordergrund. Mit dem erreichten Qualitätslevel wurde der Glarner Alpkäse als AOP registriert und erfüllt höchste Ansprüche.
  • Gruyère AOP
    • Gruyère AOP

      Produktbeschrieb:

      Hartkäse aus roher Kuhmilch
      Durchmesser: 55 bis 65 cm
      Höhe: 9,5 bis 12 cm
      Gewicht: 25 bis 45 kg

      Einreichung des Gesuches: 22.01.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 06.10.1999
      Eintragung: 12.07.2001

      Branchenorganisationen

      Interprofession du Gruyère
      Maison du Gruyère
      Case Postale 12
      CH-1663 Pringy
      Tel. +41 (0)26 921 84 10
      Mail interprofession@gruyere.com

      Web www.gruyere.com >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst die Kantone Freiburg, Waadt, Neuenburg und Jura sowie die Bezirke Courtelary, La Neuveville, Moutier und die bernischen Gemeinden Ferenbalm, Guggisberg, Mühleberg, Münchenwiler, Rüschegg und Wahlern sowie verschiedene weitere Käsereien aus der Deutschschweiz.

      Herstellung

      Der Gruyère AOP verdankt seine Feinheit und seinen charakteristischen Geschmack der erstklassigen Rohmilch von Kühen, die im Sommer mit frischem Gras und im Winter mit Heu gefüttert werden. Hinzu kommen das von Generation zu Generation überlieferte Wissen und die Erfahrung der Käsermeister und Affineure. Für einen Laib Gruyère AOP von ungefähr 35 kg braucht es nicht weniger als 400 Liter Frischmilch, die zweimal täglich geliefert wird. Jeder Käse wird systematisch gekennzeichnet mit den Nummern des Laibs und der Käserei. Auf dem Käselaib steht immer auch das Herstellungsdatum. Die schwarzen Markierungen (auch Käsepass genannt) werden mit dem Käseeiweiss Kasein angebracht. Auch hier gelangen also keine artfremden oder künstlichen Stoffe zum Einsatz. Der Vermerk Gruyère AOP und die Nummer der Fabrikationsstätte stehen auf der Aussenseite des Laibs. Damit kann die Authentizität eines Gruyère AOP garantiert und Missbräuchen vorgebeugt werden. Die Angaben werden mit Hilfe von glühend heissen Metallstempeln reliefartig in die Aussenseite der Laibe eingeprägt. Diese Markierung verleiht dem Gruyère AOP seine Identität und sorgt dafür, dass seine Herkunft jederzeit zurückverfolgt werden kann. Während der langsamen, mehrere Monate dauernden Reifung in den Veredelungskellern werden die Laibe regelmässig gewendet und mit einer Mischung aus Salz und Wasser gewaschen. Die Reifung dauert zwischen 5 und 18 Monaten. Die Feuchtigkeit erlaubt die Bildung der Käserinde, auch «Schmiere» genannt; sie schützt das Innere des Laibs. Dadurch erhält der Gruyère AOP sein rassiges Aroma. Es kommt nicht von ungefähr, dass dieses authentische Geschenk der Natur von den Käseliebhabern in aller Welt geschätzt wird.

      Geschichte

      Schon im Jahre 1655 wurde der uns heute als Gruyère AOP bekannte Käse nach dem gleichnamigen Freiburger Bezirk als gruière bezeichnet. Gemäss einer Quelle soll ab dem Jahr 1249 in Freiburg Käse gehandelt werden. Im Jahr 1762 wird das Wort Gruyère von der Académie française in ihr Wörterbuch aufgenommen, mit der Bemerkung, dass es sich um einen Käse handelt, der in der Gruyère-Region hergestellt wird. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es Bemühungen, den Gruyère zu schützen, weil er wegen seinem hervorragenden Ruf oft imitiert wurde. Es dauerte aber bis 2001, bis er mit der AOP endlich einen wirksamen Schutz vor Nachahmungen erhielt.

      Kommentar
      Der Gruyère AOP ist im Detailhandel überall erhältlich. Fünf Monate Reifungszeit benötigt es für einen milden, rund acht Monate für einen mittelreifen, ungefähr zehn Monate für einen rezenten und mindestens zwölf Monate für einen surchoix Gruyère AOP.

  • Munder Safran AOP
    • Munder Safran AOP

      Die AOP Munder Safran ist nicht Mitglied der Schweizerischen Vereinigung der AOP - IGP.

      Produktbeschrieb:

      Gewürz aus den getrockneten Narbenschenkeln des Crocus sativus L.
      Narbenschenkel sind tiefrot, zerbrechlich, stets gebogen und enden trichterförmig
      Im getrockneten Zustand 10 bis 45 mm lang

      Einreichung des Gesuches: 15.11.2000
      Veröffentlichung durch BLW: 16.03.2004
      Eintragung: 02.07.2004

      Branchenorganisationen

      Safranzunft
      Daniel Jeitziner, Zunftmeister
      3903 Mund
      Tel. +41 (0)27 923 50 08
       

      Geografisches Gebiet

      Die Verarbeitung, Trocknung und Aufbereitung der Narben erfolgen ausschliesslich in den Gemeinden Mund, Birgisch, Naters, Brig-Glis, Betten, Bitsch, Bister, Filet, Gondo/Zwischbergen, Mörel, Riederalp, Ried-Brig, Simplon-Dorf und Termen. Das Anpflanzungsgebiet von Munder Safran AOP beschränkt sich auf die Äcker der Gemeinde Mund im Kanton Wallis.

      Herstellung

      Munder Safran AOP wird ausschliesslich aus hochwertigen Krokuszwiebeln der Art Crocus sativus L. gewonnen. Alle Arbeitsschritte des Anbaus, der Ernte und des Trocknens der Narben werden wie früher von Hand ausgeführt. Die Pflanzung der Zwiebeln hat jeweils bis spätestens Mitte September zu erfolgen. Die Blütenernte hat ausschliesslich manuell von September bis November in einem Zeitraum von nicht mehr als drei Tagen nach dem Aufblühen zu erfolgen. Die Narben werden spätestens am gleichen Tag mit den Fingernägeln von den Blüten entfernt. Sie werden an der Luft während mindestens 48 Stunden lichtgeschützt getrocknet. Für die Lagerung werden kleine Konserven aus schliessenden Glasbehältern verwendet. Um ein Gramm des begehrten Gewürzes zu erhalten werden beinahe 180 Blüten benötigt.

      Geschichte

      Früher wurde Safran in mehreren Regionen der Schweiz angebaut. Erwähnung findet die Safrananpflanzung erstmals im 14. Jahrhundert in Basel. Der Safrananbau beruht im Oberwallis auf einer langen Tradition. In den Gemeindearchiven werden die Safrankulturen in Mund erstmals 1870 erwähnt, aber wahrscheinlich wurde dort bereits früher Safran angebaut. Heute erfolgt der Safrananbau nur noch in Mund, wo er weiterhin das Interesse einer grossen Mehrheit der Einwohner weckt. Diese haben sich zu einer Zunft zusammengeschlossen mit dem Ziel, die lokale Safranproduktion zu erhalten. Der Anbau wird auf einer Gesamtfläche von rund 14'000 m2 betrieben.

      Kommentar
      Die Ernte wird hauptsächlich über den Direktverkauf abgesetzt oder vom Gewerbe und von den Restaurationsbetrieben der Region verarbeitet.

  • Poire à Botzi AOP
    • Poire à Botzi AOP

      Produktbeschrieb:

      Die Frucht wird als Frischobst oder Konserve vermarktet. Sie ist klein und hat eine Durchmesser von 35 bis 55 mm. Die Schale ist grün bis rotbraun, das Fruchtfleisch hat eine weisse bis dunkelgelbe Färbung.

      Einreichung des Gesuches: 20.08.1999
      Veröffentlichung durch BLW: 08.07.2005
      Eintragung: 05.10.2007

      Branchenorganisationen

      Union fruitière fribourgeoise
      Secrétariat c/o Service d'arboriculture Grangeneuve
      CH-1725 Posieux
      Tel. +41 (0)26 305 58 66
      Mail info@poire-a-botzi.ch

      Web www.poire-a-botzi.ch >

      Geografisches Gebiet

      Die Zone umfasst den Kanton Freiburg bis zu einer Höhe von 900 Metern. Dazu gehören die Berner Enklaven Clavaleyres und Münchenwiler, und die Distrikte Avenches und Payerne sowie die Gemeinden Yvonand und Dompierre.

      Herstellung

      Die Poire à Botzi AOP stammt von einer lokalen, einzigartigen Birnensorte, der Büschelibirne. Die Sorte ist eher schwierig im Anbau, da sie sehr gerade wächst, und ihre Fruchtbildung anfällig und langsam ist. Das althergebrachte Knowhow der Obstbauern ist daher von grosser Wichtigkeit. Ein Team selektioniert die Zweige zur Fortpflanzung. Die Anbauart und die Form der Bäume kann frei gewählt werden, unterliegt jedoch auf alle Fälle den Regeln der Integrierten Produktion oder des Bio-Anbaus. Die Ernte findet zwischen anfangs August bis Mitte September statt. Die Farbe der Poire à Botzi AOP variiert zwischen Grün und Braun-Rot mit roten Backen. Der Duft ist harmonisch mit Noten von grünem Apfel oder frisch geschnittenem Gras, gärender oder reifer Frucht, mit kombiniert mit Noten von Gebranntem und Karamell. Ihr Geschmack ist ziemlich süss mit wenig Säure und leichter Bitterkeit. Weil sich die Poire à Botzi AOP nicht lange konservieren lässt, ist es notwendig, sie mit Zuckerwasser einzukochen.

      Geschichte

      Wahrscheinlich stammt die Poire à Botzi AOP aus Italien und wurde vor mehr als 300 Jahren von Söldnern der Päpstlichen Garde eingeführt. Der Name Poire à Botzi stammt aus dem Welschfreiburger Patois und bedeutet Büschel oder in Trauben, weil die Birnen büschelförmig wachsen. Die Poire à Botzi AOP wird mit dem traditionellen, üppigen Chilbi-Menü serviert, welches alljährlich nach dem Alpabzug aufgetischt wird. Die Birnen werden mit karamellisiertem Zucker gekocht und begleiten das Lamm-Gigot oder - Ragout. Die Poire à Botzi drohte mit der Tradition der ursprünglichen Obstgärten zu verschwinden. Sie konnte aber dank mehreren Initiativen erhalten werden.

  • Rheintaler Ribelmais AOP
    • Rheintaler Ribelmais AOP

      Produktbeschrieb:

      Aus Rheintaler Ribelmais AOP hergestelltes Mahlprodukt
      Weiss-beige Farbe
      Süsslicher und intensiv maistypischer Geschmack

      Einreichung des Gesuches: 06.02.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 06.10.1999
      Eintragung: 14.08.2000

      Branchenorganisationen

      Verein Rheintaler Ribelmais
      Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen
      CH-9465 Salez
      Tel. 058 228 24 22
      Mail rolf.kuenzler@lzsg.ch

      Web www.ribelmais.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst die St. Galler Bezirke Unterrheintal, Oberrheintal, Werdenberg, Sargans, die Bündner Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Landquart, Jenins, Malans, Zizers, Untervaz sowie das Fürstentum Liechtenstein.

      Herstellung

      Rheintaler Ribelmais AOP wird aus einer alten, offen abblühenden Mais-Landsorte mit einer bis heute erhaltenen grossen genetischen Vielfalt hergestellt. Die Aussaat erfolgt bis spätestens Mitte Mai. Die Ernte erfolgt Ende Oktober / Anfang November. Die Ernte kann von Hand oder mit Mähdreschern erfolgen. In der Mühle werden die Maiskörner gereinigt. Anschliessend wird der Mais auf Walzenstühlen oder einer Steinmühle bis zur gewünschten Feinheit gemahlen. Rheintaler Ribelmais AOP ist entweder eine Mischung aus Griess, Dunst und Mehl oder eine Mischung aus Maisgriess und Maisdunst, Maisdunst und Maismehl oder ein Einzelprodukt aus Maisgriess oder Maisdunst.

      Geschichte

      Die Anfänge des Maisanbaues im Rheintal lassen sich nicht exakt bestimmen. Die Ausbreitung des Mais erfolgte über Italien. In den Quellen und Urkunden des Rheintals taucht der Mais zu Speisezwecken regelmässig seit Mitte des 17. Jahrhunderts auf. Im 19. Jahrhundert wurde der Mais im Rheintal als Grundnahrungsmittel die wichtigste Getreideart. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts nahm im Rheintal die Getreide- inkl. Maisfläche, mit Ausnahme der beiden Weltkriegsperioden, laufend ab. Der Anbau, der für den Rheintaler Ribelmais AOP verwendeten Maissorte betrug 1997 noch ca. 4 Hektaren, wobei ein wesentlicher Teil der Selbstversorgung diente.

  • Sbrinz AOP
    • Sbrinz AOP

      Produktbeschrieb:

      Extraharter, vollfetter Käse aus roher Kuhmilch
      Durchmesser: 45 bis 65 cm, Höhe: 14 bis 17 cm
      Gewicht: 25 bis 45 kg
      Serviert als Möckli, Hobelrolle oder Reibkäse

      Einreichung des Gesuches: 14.12.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 15.01.2002
      Eintragung: 24.04.2002

      Branchenorganisationen

      Sbrinz Käse GmbH
      Merkurstrasse 2
      6210 Sursee
      Tel. +41 (0)41 914 60 60
      Mail info@sbrinz.ch

      Web www.sbrinz.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst die Kantone Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Zug, den Bezirk Muri (Kanton Aargau) und die Gemeinden Obersteckholz, Lotzwil und Langenthal (Kanton Bern). In den Bezirken See, Gaster und Neutoggenburg des Kantons St. Gallen die Milcheinzugsgebiete der Käsereien Walde, Steinenbrücke und Schönenberg.

      Herstellung

      Sbrinz AOP wird heute gewerblich in ausgewählten Tal- und Alpkäsereien hergestellt. Für einen 45 Kilogramm schweren Laib Sbrinz AOP werden etwas mehr als 600 Liter frische Rohmilch benötigt. Die Futterration für die Milchkühe setzt sich hauptsächlich aus Gras (im Sommer) und Heu (im Winter) zusammen. Gärfutter aller Art (Silage) ist untersagt. Das Rezept ist seit Jahrhunderten überliefert: Rohmilch, Salz und Lab. Nach der Käseherstellung werden die Laibe während mindestens 15 Tagen im Salzbad gelagert und konserviert. Anschliessend werden die Käse zuerst in einem leicht erwärmten Keller trockengereift und abgeschwitzt, danach in einem kälteren Lagerkeller bis zur Konsumreife mindestens 16 Monate hochkant trockengelagert und gepflegt.

      Geschichte

      Die in der Zentralschweiz traditionellerweise hergestellten Hartkäse wurden gemäss einem Eintrag im Berner Staatsarchiv schon im 16. Jahrhundert nach Brienz, dem damals wichtigsten Umschlagplatz gebracht, um von dort aus exportiert zu werden. Verschiedene historische Quellen erwähnen, dass die Italiener den Käse nach dem Handelsplatz Brienz benannten und so die Bezeichnung Sbrinz entstand.

      Kommentar
      Sbrinz AOP ist im Fachhandel und in Lebensmittelabteilungen überall erhältlich. Konsumreif ist Sbrinz AOP ab 18 Monaten. Sein volles Aroma entwickelt er ab ungefähr 22 Monaten. Sbrinz AOP lässt sich am besten auf drei verschiedene Arten geniessen: Als Möckli - dabei werden die Möckli direkt von einem Stück Sbrinz AOP mit einem Original Sbrinz-Stechmesser abgebrochen und beispielsweise zu einem feinen Apéro genossen. Weiter eignet sich Sbrinz AOP sehr gut zum Hobeln. Zudem ist Sbrinz AOP der Schweizer Reibkäse.

  • Tête de Moine AOP
    • Tête de Moine AOP

      Produktbeschrieb:

      Zylinderförmiger Laib von 10 bis 15 cm Durchmesser
      Gewicht 0,7 bis 0,9 kg
      Halbhartkäse
      Der Käse wird mit einer Girolle zu feinen Rosetten geschabt

      Einreichung des Gesuches: 17.12.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 23.01.2001
      Eintragung: 08.05.2001

      Branchenorganisationen

      Interprofession Tête de Moine
      Rue de l'Envers 16
      2610 St-Imier
      Tel. +41 (0)32 941 77 77
      Mail info@tetedemoine.ch

      Web www.tetedemoine.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst das Berggebiet und das darin eingeschlossene Sömmerungsgebiet der Bezirke Freiberge, Pruntrut, Moutier und Courtelary, die Gemeinde Saulcy sowie die Parzelle der Käserei Courgenay.

      Herstellung

      Der Tête de Moine AOP, Fromage de Bellelay, wird aus Rohmilch hergestellt. Die Milchkühe werden im Sommer hauptsächlich mit Gras, im Winter hauptsächlich mit Heu gefüttert. Die Verabreichung von siliertem Futtermittel ist das ganze Jahr über untersagt. Die Milch muss innerhalb von 24 Stunden nach der Gewinnung verarbeitet werden. Sie wird in einem Kupferkessi verkäst. Nach dem Pressen des Käsebruchs wird der Käselaib mit einer Kaseinmarke zur Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit versehen und während mindestens 12 Stunden in ein Salzwasserbad getaucht. Der Käse wird während der Reifung regelmässig mit Salzwasser behandelt. Jeder Laib muss während mindestens 75 Tagen auf Fichtenbrettern im geografischen Gebiet reifen.

      Geschichte

      Tête de Moine als Bezeichnung kennt man seit ca. 1790. Der Käse weist jedoch eine viel längere Geschichte auf. Schon 1192 wurden die Mönche aus dem Kloster Bellelay erstmals im Zusammenhang mit Käse erwähnt. Mit der Erfindung der Girolle im Jahr 1981 durch einen jurassischen Feinmechaniker wurde ein neues Kapitel der Tête de Moine-Geschichte eingeleitet. Seit ihrer Einführung verkaufte sie sich 2,5 Millionen Mal.

  • Vacherin Fribourgeois AOP
    • Vacherin Fribourgeois AOP

      Produktbeschrieb:

      Halbhartkäse aus Roh- oder thermisierter Milch
      Durchmesser: 30 bis 40 cm
      Höhe: 6 bis 9 cm
      Gewicht: 6 bis 10 kg

      Einreichung des Gesuches: 22.08.1997
      Veröffentlichung durch BLW: 08.07.2005
      Eintragung: 28.02.2006

      Branchenorganisationen

      Interprofession du Vacherin Fribourgeois
      Rue Condémine 56
      1630 Bulle 2
      Tel. +41 (0)26 919 87 50
      Mail ipvf@federation-patronale.ch

      Web www.vacherin-fribourgeois-aoc.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst den Kanton Freiburg sowie die Berner Gemeinden Clavaleyres und Münchenwiler.

      Herstellung

      Der Vacherin fribourgeois AOP wird im Kupferkessi hergestellt. Die Milch muss spätestens 24 Stunden nach der Gewinnung verarbeitet werden. Die Milchkühe werden im Sommer und Winter mit natürlichen Futtermitteln gefüttert. Um die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen, wird jeder frisch hergestellte Käselaib mit einer Kaseinmarke versehen. Nach der Herstellung gelangen die jungen Käse in ein Salzwasserbad und werden dort haltbar gemacht. Danach werden sie in Reifungskellern auf Fichtenbrettern gelagert und regelmässig mit Salzwasser gepflegt. Damit die eher weichen Käselaibe kompakt bleiben, werden sie wenige Tage nach der Herstellung mit einer Gaze (Gewebe mit dünnem Stoff) umgeben. Die Reifung der Käse dauert mindestens 63 Tage. Der Vacherin fribourgeois AOP ist über seine regionalen Grenzen hinweg beliebt für die Verwendung in einem Fondue. Eine cremige, weiche Textur und einen leicht säuerlichen Geschmack, wie eine sehr gute Schmelzfähigkeit, sind die typischen Merkmale von Vacherin Fribourgeois AOP. Als einer der einzigen Halbhartkäse schmilzt er bereits bei einer Temperatur von ca. 50°C, welches vor allem auf die spezielle Säuerung während der Reifung zurückzuführen ist.

      Geschichte

      Dem Name Vacherin fribourgeois begegnet man zum ersten Mal in Gesetzestexten von 1420. Schon vor Jahrhunderten wurde im Freiburgerland Viehzucht betrieben und damals auf den Alpen Käse hergestellt. Das Wort Vacherin soll laut Sprachspezialisten dem lateinischen vaccarinus (kleiner Kuhhirt) entstammen. Der kleine Hirte unterstützt den Hirten (vaccarius) auf der Alp beim Melken und Pflegen der Kühe (vacca). Wie bei vielen anderen Käsesorten beschränkte sich die Herstellung von Vacherin Fribourgeois während langer Zeit auf eine gewisse Saison. So wurde die Milch nur gerade im Frühjahr, wenn die Herde noch bescheiden war und vor allem im Herbst gegen Ende der Sömmerung als die Milchmenge nicht mehr ausreichte um grosse Gruyère-Laibe herzustellen, zu Vacherin verarbeitet.

      Kommentar
      Vacherin fribourgeois AOP ist im Fachhandel und in Lebensmittelabteilungen überall erhältlich. Er wird vor allem in einer Fonduemischung oder als Schnittkäse verwendet.

  • Vacherin Mont-d'Or AOP
    • Vacherin Mont-d'Or AOP

      Produktbeschrieb:

      Runde Form in vier Grössen
      Gewicht 350 g bis 3 kg
      Leicht fliessender Weichkäse mit gewaschener, leicht gewellter Rinde
      Käse wird von einem Ring aus Fichtenrinde zusammengehalten und in einer Fichtenholzschachtel aufbewahrt

      Einreichung des Gesuches: 05.10.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 17.05.2001
      Eintragung: 16.06.2003

      Branchenorganisationen

      Interprofession du Vacherin Mont-d'Or
      Rue Grenade 40
      CH 1510 Moudon
      Tel. +41 (0)21 905 81 51
      Mail vacherinmontdor@bluewin.ch

      Web www.vacherin-montdor.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet umfasst das Vallée de Joux sowie den Fuss des Waadtländer Jura. Zum Gebiet gehören die Bezirke Vallée de Joux, Orbe, Grandson, Aubonne, Cossonay und Morges. Ebenfalls zum geografischen Gebiet gehören die Gemeinden Orges und Vugelles-la-Mothe des Bezirks Yverdon, die Alpen der Gemeinden Bassins, Le Vaud, Arzier und St-Cergue sowie einige französischschweizerischen Alpen.

      Herstellung

      Der Vacherin Mont-d'Or AOP wird aus zweimal täglich an die Käserei gelieferter Milch vom 15. August bis zum 31. März hergestellt. Die Fütterung der Milchkühe mit vergärtem Futter ist verboten. Die Milch wird nach einem schonenden Verfahren thermisiert. Nach dem Pressen des Bruchs werden die Käse mit einem Reifen aus Fichtenrinde umgeben und während 2 bis 4 Stunden in ein Salzbad eingetaucht. Das Einkellern der weissen Käse (junge Käse ohne Schmiere) erfolgt auf Fichtenholzbrettern spätestens 48 Stunden nach Herstellungsbeginn. Danach werden die Käse täglich gewendet bis zur ersten Waschung, die spätestens nach der Bildung eines Schimmelbelages an der Oberfläche der jungen Käse durchzuführen ist. Die Käse werden während mindestens 17 Tagen regelmässig gewaschen und gewendet. Am Ende der Affinage werden die Käse in eine Holzschachtel verpackt. Deren Durchmesser muss etwas kleiner sein als derjenige des Käses, damit die Rinde die gewünschten Wellen erhält.

      Geschichte

      Nach der Legende brachte ein französischer Soldat während des Krieges 1870 das Geheimnis der Herstellung von Vacherin Mont-d'Or mit und gab es seinem Umfeld preis, nachdem er sich in Les Charbonnières niedergelassen hatte. Doch bereits das Gesetz vom 6. Juni 1812 über die Weggelder erwähnt den Vacherin unter der Rubrik "Käse". Eine Handschrift eines Schankwirts von Les Charbonnières aus dem Jahre 1823 und ein Kontobuch von 1845 halten ebenfalls Ankäufe und Lieferungen dieses Käses fest. Auf den Alpen des Vallée de Joux wurden gegen Ende der Saison, wenn weniger Milch anfiel, kleine Käse hergestellt. Diese erhielten die Bezeichnung "Vacherins". Im 19. Jahrhundert wurde die Bezeichnung "Vacherin" allmählich durch "Mont-d'Or" oder "Vacherin Mont-d'Or" ersetzt, wie aus zahlreichen Belegen hervorgeht.

  • Walliser Raclette AOP
    • Walliser Raclette AOP

      Produktbeschrieb:

      Halbhartkäse aus roher Kuhmilch
      Runde Laibe von 29 bis 31 cm Durchmesser
      Gewicht: ca. 5 kg
      Wird als Schnittkäse, geschmolzen als Raclette oder gehobelt gegessen

      Einreichung des Gesuches: 01.07.1998
      Veröffentlichung durch BLW: 15.11.2001
      Eintragung: 21.12.2007

      Branchenorganisationen

      Interprofession du Raclette du Valais AOP
      Avenue de la Gare 2
      1964 Conthey
      Tel. +41 (0)27 345 40 10
      Mail info@walliserraclette.ch

      Web www.walliserraclette.ch >

      Geografisches Gebiet

      Die geografische Zone umfasst die Kantonsgrenzen des Wallis.

      Herstellung

      Der Raclette du Valais AOP wird aus Rohmilch hergestellt, welche zweimal täglich in die Käserei geliefert wird. Die Fütterung von siliertem Futter an die Kühe ist verboten. Die Milch wird in Kupfer-Kessi verarbeitet. Der Frischkäse wird mit Salz eingerieben oder während 24 Stunden in ein Salzbad gelassen. Während der mindestens 3-monatigen Reifezeit auf Brettern von roter Fichte werden die Laibe regelmässig gewaschen und gekehrt. Der Raclette du Valais AOP kann ab 9 Monaten Reifezeit als Hobelkäse verkauft werden.

      Geschichte

      Die ersten Zeichen des Käse stammen aus der Zeit von 400 Jahren v. C. In der Romanischen Epoche wurde der Käse als Zahlungsmittel eingesetzt. Im Jahr 1574 wurde im Wallis schon Käse geschmolzen. Der Ausdruck Raclette stammt aus einem einheimischen Dialekt und mit ihm wurde ab 1874 offiziell auch der Käse benannt.

  • Walliser Roggenbrot AOP
    • Walliser Roggenbrot AOP

      Produktbeschrieb:

      Rundes Sauerteigbrot aus mindestens 90 % Roggenmehl mit rissiger Rinde
      Gewicht 500 g oder 1 kg

      Einreichung des Gesuches: 27.08.1997
      Veröffentlichung durch BLW: 24.05.2000
      Eintragung: 29.01.2004

      Branchenorganisationen

      Association pain de seigle valaisan AOP
      Maison du Paysan
      CP 96
      CH1964 Conthey
      Tel. +41 (0)27 345 40 10
      Mail paindeseiglevalaisan@agrivalais.ch

      Web www.walliserroggenbrot.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet ist der Kanton Wallis. Die Produktion des Getreides (Roggen und Weizen) und dessen Verarbeitung zu Mehl und Brot müssen im geografischen Gebiet erfolgen.

      Herstellung

      Beim Mehl zur Herstellung von Walliser Roggenbrot AOP muss es sich um Vollkornmehl handeln, das aus mindestens 90 Prozent Roggen und höchstens 10 Prozent Weizen zusammengesetzt ist. Das Getreide wird umweltschonend angebaut. Roggen- und Weizenmehl, Hefe, Salz und Wasser sind die einzigen verwendeten Rohstoffe. Alle Zutaten werden zu einem homogenen Teig geknetet. Nach dem Mischen muss der Teig im Behälter ruhen, bis sich sein Volumen etwa verdoppelt hat. Anschliessend werden Teiglinge von rund 600 g bzw. 1200 g abgewogen, zu einem spitzen Kegel geformt und in Mehl gewendet. Die Teiglinge lässt man in der Folge ruhen, bis sich deutliche Risse zeigen. Zur Verstärkung der Risse werden die Enden mit der Handfläche vor dem Backen leicht platt gedrückt. Das Walliser Roggenbrot AOP wird in Herdöfen gebacken. Grad und Dauer des Backens (rund eine Stunde) hängen vom Know-how des Bäckers ab.

      Geschichte

      Der Anbau von Roggen in Europa geht bis in die Bronzezeit zurück. Seine Verarbeitung zu Brot in den Alpen ist von Plinius dem Älteren belegt. Die Bedeutung des Roggenbrots bezeugen bereits Schriften von 1209: Roggenbrot war der Hauptbestandteil der täglichen Nahrung in den Walliser Dörfern. Das kontinentale Klima und die leichten und trockenen Böden sind günstige Voraussetzungen für den Roggenanbau. Roggen kann sich als einziges Getreide an solch extreme Produktionsbedingungen und hohe Lagen anpassen. In den Walliser Dörfern wurde der Ofen, welcher der kollektiven Brotherstellung diente, nur zwei bis drei Mal pro Jahr in Betrieb genommen. Es brauchte daher ein haltbares Erzeugnis wie das Walliser Roggenbrot. Es passt sowohl zu Käse als auch zu Trockenfleisch und einem Glas Dôle oder Goron.

  • Zuger Kirsch und Rigi Kirsch AOP
    • Zuger Kirsch und Rigi Kirsch AOP

      Produktbeschrieb:

      Feinste naturreine Fruchtdestillate aus Kirschen mit einem Mindestalkoholgehalt von 40 Vol.-%“.

      Einreichung des Gesuches: 26.07.2010
      Veröffentlichung durch BLW: 02.09.2013
      Eintragung: 02.05.2013

      Branchenorganisationen

      Verein Zuger & Rigi Chriesi
      Schöngrund 26
      CH-6343 Rotkreuz
      Tel. +41 (0)41 780 13 69
      Mail kontakt@zuger-rigi-chriesi.ch

      Web www.zuger-rigi-chriesi.ch >

      Geografisches Gebiet

      Das geografische Gebiet der Herstellung umfasst den gesamten Kanton Zug sowie neun Schwyzer und sieben Luzerner Gemeinden rund um die Rigi.

      Herstellung

      Der Zuger Kirsch AOP und der Rigi Kirsch AOP werden in der Region Zug-Rigi schon seit 200 Jahren sortenrein oder als Assemblage aus alten Brennkirschensorten mit Erfolg hergestellt und weltweit exportiert. In der Region Zug-Rigi wurde seit jeher ein grosse Vielfalt an Kirschensorten gepflegt, was die für den Zuger Kirsch und den Rigi Kirsch typische Vielfalt an Geschmacksnuancen wie "Süsse", "Nussigkeit", "Marzipan" oder "Würze" hervorbrachte. Zuger Kirsch und Rigi Kirsch zeichnen sich durch eine typische Mandelnote aus, welche sich aus der Verwendung der typischen regionalen kleinfruchtigen Sorten mit dem damit verbundenen hohen Steinanteil im Rohstoff ergibt.

      Geschichte

      In der Region Zug-Rigi weisen die urkundlichen Quellen auf eine mindestens 500-jährige Tradition beim Kirschenanbau hin. Der Zuger Chriesimärt wird 1627 erstmals genannt, der Brauch der Zuger Chriesigloggä ist seit 1711 nachweisbar, der Chriesisturm in einer Nacherzählung von 1886 erwähnt. Die ältesten überlieferten Kirschenrezepte stammen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Kirschwasser in der Region Zug-Rigi zu einem wichtigen Exportartikel, es entstanden bekannte industrielle Brennereien wie Fassbind in Arth SZ (1846), Dettling in Brunnen SZ (1867), Etter in Zug (1870) und Räber in Küssnacht a. R. SZ (1877). 1870 gründeten 116 Chriesibauern und Destillateure die «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug» zwecks Steigerung der Qualität und des Exports von Zuger Kirsch. 1915 wurde die Zuger Kirschtorte erfunden. Seit 2007 findet in der Region Zug-Rigi in den Kantonen Zug, Schwyz und Luzern eine regelrechte Rückbesinnung auf das Chriesi statt. 2008 wurde die IG ZUGER CHRIESI gegründet, 2009 der Verein ZUGER & RIGI CHRIESI ins Leben gerufen, 2010 folgten der Verein AEGERI CHRIESI und die ZUGER KIRSCHTORTEN GESELLSCHAFT. Seit 2011 gehört der Krischenanbau im Kanton Zug im Rahmen der UNESCO-Konvention zu den "lebendigen Traditionen der Schweiz". 2011 wurde die zuger-rigi-chriesi AG gegründet, um das Regionalentwicklungsprojekt zuger-rigi-chriesi umzusetzen. Alle diese Gruppierungen haben sich zum Ziel gesetzt, das Chriesi in all seinen Erscheinungsformen zu fördern, zum Wahrzeichen einer ganzen Region zu machen und die 500-jährige Kirschkultur im Herzen der Schweiz lebendig zu halten.

© 2016 Schweizerische Vereinigung der AOP - IGP

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