Schweizerische Vereinigung der AOC und IGP

Home | Kontakt | FB_logo.gif | Drucken | d | f | i | e

FAQ

  • Hinweis zum Café de Colombia IGP
    • Das ausländische Produkt Café de Colombia wurde am 28. Mai 2013 als erstes ausländisches Produkt als geschützte geografische Angabe (IGP), gemäss Verfügung des Bundesamtes für Landwirtschaft, in das Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben eingetragen. In Kolumbien ist der Café de Colombia seit 2005 als geographische Angabe geschützt. Die Schweizerische Vereinigung der AOP-IGP bezieht den Café de Colombia IGP nicht in ihre Aktivitäten ein, da es sich weder um ein Schweizer Produkt noch um ein Mitglied der Vereinigung handelt. Café de Colombia IGP hat sich im Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben eintragen lassen, um sich vor Produktenachahmungen in der Schweiz zu schützen.
  • Warum wurde die Bezeichnung AOC auf AOP geändert?
    • Die Anpassung an die EU erfolgte im Anschluss an die gegenseitige Anerkennung der AOP-IGP-Produkte vom 1. Dezember 2011. Die Angleichung ist besonders für jene Mitglieder wichtig, welche in die EU exportieren, wo im offiziellen Logo seit einigen Monaten in allen Sprachen nur noch der Begriff „protégé“ („geschützt“) eingesetzt wird. In der Schweiz ermöglicht die Gesetzgebung seit dem Inkrafttreten der AOC/AOP- und IGP-Verordnung am 28.05.1997 beide Möglichkeiten. Die Änderung von AOC auf AOP ist daher eine rein kosmetische Anpassung des bestehenden Logos, welche nicht mit einer Werbekampagne begleitet wird. Die Umstellung der Produktetikettierung und des Werbematerials wird von allen Betroffenen entlang der Wertschöpfungskette in den nächsten Jahren vorgenommen.
  • Wie viele Schweizerische AOP und IGP wird es geben?
    • Die Studie zur Eintragung von potentiellen AOP-IGP-Produkten im Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz Schweizer, welche im Mai 2012 von AGRIDEA im Namen des Bundesamtes für Landwirtschaft veröffentlicht wurde, listet 42 Produkte, die ein grosses Potenzial haben und 54 mit einem mittleren Potential für die Registrierung also AOP oder IGP auf. Diese Produkte sind zusätzlich zu bereits registrierten und den hängigen Registrierungsgesuchen.

  • Geht es um Qualitätsbezeichnungen?
    • Ja. Die garantierte Herkunft stellt für den Konsumenten, der wissen will, woher Nahrungsmittel stammen, eine Qualitätsbezeichnung dar. Die zwingende Einhaltung der Bestimmungen im Pflichtenheft garantiert ausserdem die typischen Eigenschaften des Produktes und eine an das Terroir gebundene Qualität. Ausserdem unterliegen alle AOP- und IGP-Spezialitäten strengen organoleptischen Tests, welche von unabhängigen Fachleuten durchgeführt werden.

  • Weshalb benötigen die Eintragungsverfahren derart viel Zeit?
    • Oftmals sind die beim Bundesamt für Landwirtschaft eingereichten Dossiers unvollständig, weil die Produzenten die typischen Eigenschaften und die Besonderheit ihres Erzeugnisses nicht gut genug hervorgehoben haben.
      Das «BLW» veröffentlicht nur vollständige Dossiers. Dies erfordert ein hohes Engagement der Produzenten und eine breite Übereinstimmung innerhalb der Organisation, was nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist. Die lange Dauer zwischen der Einreichung eines Dossiers und der Entscheidung des Bundesamtes für Landwirtschaft hat vor allem mit der Schwierigkeit zu tun, alle Akteure der entsprechenden Branche hinter einer einzigen Definition der zu schützenden Spezialität zu einigen. Insbesondere erweist sich das Pflichtenheft, das als „Rezeptbuch“ gilt, als echte Knacknuss, die zu Anfechtungen führen kann. Auch die Festlegung der geographischen Zone kann zu Auseinandersetzungen führen.
      Ausserdem ist die schweizerische Gesetzgebung über die «AOC» und «IGP» jung. Eine Kultur und Erfahrungswissen zu Ursprungsbezeichnungen ist erst am Entstehen.
       

  • Welcher Unterschied besteht zwischen einem landwirtschaftlichen Label und einer AOP oder IGP?
    • Ein landwirtschaftliches Label will unter der gleichen Etikette eine Auswahl von Erzeugnissen zusammenfassen, die beispielsweise aus der gleichen Region (z.B. «Culinarium» für Produkte aus der Ostschweiz) stammen oder strenge Produktionsrichtlinien (z.B. «BIO SUISSE-Knospenlabel» oder «IP-SUISSE-Marienkäferlabel») berücksichtigen. Diese Labels haben keinen offizeillen Charakter, sondern sind vielmehr das Ergebnis privater gemeinschaftlicher Initiativen. AOP und IGP sind im Gegensatz dazu offizielle, staatlich geschützte Zeichen.

  • Welche Beziehungen bestehen zu den AOC im Weinbereich?
    • Die AOC im Weinbereich sind in der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über den Rebbau und die Einfuhr von Wein (SR 916.140) geregelt, während die übrigen Erzeugnisse ( Käse, Wurstwaren, gebrannte Wasser usw.) von der AOP und IG-Verordnung vom 28. Mai 1997 (SR 910.12) abhängen. Die AOC im Weinbereich sind älter als die andern AOP.
      Beinahe 90 % der Schweizer Weine sind im Besitz einer AOP, während für die übrigen Produkte die AOP ein exklusives Zeichen bleiben wird. Das Logo der Schweizerischen Vereinigung der AOP und IGP ist nicht für die Weine vorgesehen.

  • Handelt es sich bei AOP oder IGP nicht einfach um weitere Labels?
    • Die Kennzeichen «AOP» und «IGP» sind primär keine Labels, sondern die einzigen offiziellen Zeichen, die den Ursprung eines Erzeugnisses garantieren und den Namen der Bezeichnung schützen. Es handelt sich demnach nicht um ein Label, sondern vielmehr um einen rechtlichen Schutz sowie eine offizielle Qualitätsgarantie.

  • Weshalb konnte der Emmentaler eine AOP werden, wenn er doch in ganz Europa hergestellt wird?
    • Die Bezeichnung «Emmentaler» ist im Codex Alimentarius enthalten, der weltweit die Verwendung von Namen gewisser Nahrungsmittel regelt. Der Name «Emmentaler» wird in der Welt als eine Gattungsbezeichnung angesehen, denn die Schweiz hat ihn im Ausland nicht geschützt. Die schweizerischen Produzenten haben aber für die Bezeichnung «Emmentaler» eine AOP verlangt.
      Mit der Eintragung als AOP ist die Bezeichnung «Emmentaler» trotzdem nicht den schweizerischen Produzenten vorbehalten.
      In Europa wurden bereits drei Bezeichnungen mit dem Namen «Emmentaler» eingereicht: «Allgäuer Emmentaler (AOP) (Deutschland)», «Emmental de Savoie (IGP) (Frankreich)» und «Emmental français est-central (IGP) (Frankreich)».

  • Sind die schweizerischen und europäischen geografischen Bezeichnungen weltweit geschützt?
    • Geografische Bezeichnungen «Geographical Indications, GI» sind im Rahmen der WTO (World Trade Organisation / Welthandelsorganisation) durch das «TRIPS-Abkommen» (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights/ Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte an geistigem Eigentum) geschützt.
      Geografische Bezeichnungen ermöglichen es, Produkte hinsichtlich der Herkunft aus einem Gebiet eines Lands, einer Region oder einem Ort zu identifizieren, falls ihre Qualität, ihr Ansehen oder eine bestimmte Eigenschaft auf einen geografischen Ursprung zurückgeführt werden kann.
      Im Rahmen des «TRIPS-Abkommens» sind zwei Stufen möglich:
      ein allgemeiner Schutz und ein zusätzlicher Schutz. Letztere bleibt den geografischen Bezeichnungen von Weinen und Spirituosen vorbehalten.
      Der allgemeine Schutz gründet auf dem Täuschungsverbot, während der zusätzliche Schutz beispielsweise jede Verwendung der Ausdrücke wie «Art», «Typ» oder andere verbietet, auch wenn damit keine Gefahr der Täuschung verbunden ist. Innerhalb des «TRIPS-Rates» werden gegenwärtig zwei Fragen behandelt:
      einerseits die Verwirklichung eines Systems der Notifikation und der Eintragung (Register) der geografischen von Weinen und Spirituosen und anderseits die Ausweitung des zusätzlichen Schutzes auf andere Produktkategorien als Weine und alkoholische Getränke, z.B. AOP- und IGP-Produkte.
      Es versteht sich von selbst, dass für die Schweiz, die ihre AOP-Käse nicht nur in der EU, sondern auch weltweit schützen möchte, die Ausweitung des Schutzes von geografischen Bezeichnungen von höchstem Interesse ist. Entsprechend stark setzt sich die Schweiz bei den WTO-Verhandlungen dafür ein.

© 2017 Schweizerische Vereinigung der AOP - IGP

topbacksitemapimpressum